Das Projekt
SPEAK verfolgt eine differenzierte Analyse der frühkindlichen Sprachförderung mit dem Ziel, die Qualität und Effektivität von Fördermaßnahmen auf verschiedenen Ebenen zu verbessern.
Die vier kumulativ ausgerichteten Dissertationsprojekte fokussieren die Sichtweisen von Kindern, Pädagog:innen/Assistenzkräften, Eltern bzw. Erziehungsberechtigten sowie weiterer relevanter Akteur:innen wie Kindergartenleitungen, bildungspolitische Verantwortungsträger:innen und Personen der Qualitätssicherung. Des Weiteren werden die strukturellen und organisatorischen Rahmenbedingungen in Kindergärten untersucht. Ein besonderer Fokus liegt auf der Integration und Optimierung der bestehenden inner- und außerinstitutionellen Unterstützungssysteme, um ein umfassendes und praxisorientiertes Bild der Sprachförderpraxis zu entwickeln.
Das Konsortium vereint Expert:innen aus verschiedenen facheinschlägigen Disziplinen, darunter Elementarpädagogik, Bildungspsychologie, Entwicklungspsychologie, Inklusive Pädagogik und Wirtschaftspädagogik mit langjähriger und Umfangreicher Forschungserfahrung und Expertise in den unterschiedlichen Disziplinen, welche die Dissertantinnen betreuen.
Studie 1: Wahrnehmung des Sprachförderangebotes von Kindern mit und ohne bildungssprachliche Barrieren und mögliche Entwicklungspotenziale im Elementarbereich
Das Dissertationsvorhaben verfolgt das Ziel, die Lebenswelt der Kinder selbst sowie ihre Erfahrungen und Praktiken im täglichen elementarpädagogischen Umfeld zu explorieren.
Es werden unterschiedliche partizipative Methoden kombiniert, um die kindliche Lebenswelt zu erfassen mit dem Fokus auf Sprachförderung, Barrieren und Entwicklungspotentiale.
Studie 2: Sprachförderung und Entwicklungspotenziale im Kindergarten aus der Perspektive von Elementarpädagog:innen und Assistenzkräften
Das Dissertationsprojekt verfolgt das Ziel, umfassende Einblicke in die Sichtweise von Elementarpädagog:innen und Assistenzkräften auf strukturelle Rahmenbedingungen, persönliche Werthaltungen, aktuelle Förderpraktiken sowie wahrgenommene Herausforderungen und Entwicklungspotenziale zur Verbesserung der alltagsintegrierten Sprachförderung zu erlangen.
Es werden qualitative Erhebungsmethoden im Rahmen von Collective-Memory-Workshops und eine quantitative Teilstudie, die mittels Online-Fragebogen österreichweit durchgeführt wird, genutzt um Einblicke in die Rahmenbedingungen und Perspektiven von Elementarpädagog:innen und Assistenzkräften zu erhalten.
Studie 3: Perspektiven auf die Beteiligung der Erziehungsberechtigten in der frühkindlichen Sprachförderung
Das Dissertationsprojekt zielt darauf ab, aus einer intersektionalen und diskriminierungskritischen Perspektive den Prozess der Zusammenarbeit zwischen Erziehungsberechtigten und elementarpädagogischen Einrichtungen einschließlich der Zielvereinbarungen, Sichtweisen, Bedarfe, Erwartungen und wahrgenommenen Herausforderungen im Hinblick auf die Sprachförderung vertiefend zu untersuchen. Es werden sowohl die Perspektiven der Elementarpädagog:innen, der Kindergartenleitungen als auch der Erziehungsberechtigten berücksichtigt.
In der ersten Phase der Feldforschung werden in Kindergärten ethnographische Beobachtungen der Interaktionen zwischen Pädagog:innen und Eltern durchgeführt. In der zweiten Phase der Feldforschung werden vertiefend leitfadengestützte Interviews mit Erziehungsberechtigten und pädagogischen Fachkräften geführt.
Patricia Vrljičak, Marie Gitschthaler, Marko Lüftenegger,
Studie 4: Die Rolle von inner- und außerinstitutioneller Ressourcenausstattung und Unterstützungssystemen in der frühkindlichen Sprachförderung
Das Dissertationsprojekt verfolgt das Ziel, den Einfluss der Ressourcenallokation auf die pädagogische Praxis darzustellen. Die Untersuchung erfolgt mit der Anwendung des Beobachtungsinstruments von Elementarpädagog:innen sowie die damit einhergehenden Unterstützungsmaßnahmen im inner- und außerinstitutionellen Bereich (z.B.: Etablierung individueller Förderprogramme, Einbezug externer Expert:innen, Bereitstellung von Ressourcen etc.). Im Rahmen des Dissertationsprojekts stellen die Pädagog:innen als feldinterne Handlungsexpert:innen eine wichtige Bezugsgröße zur Beschreibung von Unterstützungssystemen im Rahmen der frühkindlichen Sprachbildung dar.
Ziel der ersten Phase ist es, Aufschluss über die spezifischen Fördermaßnahmen und Ressourcenzuweisungen in den jeweiligen Bundesländern zu erhalten. Im Rahmen der zweiten Erhebungsphase werden österreichweit die Perspektiven und Einstellungen von Elementarpädagog:innen, Assistenzkräften und Kindergartenleitungen bezüglich des Umgangs mit dem „BESK(-DaZ)-Kompakt“ mittels eines Fragebogens erfasst.
Jana Bernroitner, Simone Breit, Susanne Schwab